Autoverwertung einmal anders

Wenn Sie einmal zu Besuch in Tokio sind und sich für Autos interessieren, dann sollten Sie einmal den Autoverwerter Ibajihan besuchen. Auf den ersten Blick werden Sie denken, dass Sie sich bei einem Autohändler befinden. Hier finden Sie viele tausend Autos, die eigentlich noch vollkommen in Ordnung aussehen.

In Japan gehört das Recyclingunternehmen in der Nähe von Tokio zu den Musterbetrieben wenn es um das Autorecycling geht. Gleich 60 Händler schlossen sich 1993 zusammen und machten es sich zur Aufgabe, umweltverträgliche Techniken rund um das Recyceln von Autos zu entwickeln. 

 

1995 konnte der Betrieb dann mit 43 Angestellten eröffnen. Seit dem Jahr 1996 wurden hier bereits mehr als 16.000 Autos verwertet. Und die Zahl steigt immer weiter. Der Grund dafür ist unter anderem, dass in Japan die meisten Autos bereits nach sieben bis acht Jahren ausgemustert werde. Mittlerweile hat auch BMW einen Vertrag mit den Händlern für die Autoverwertung geschlossen. Hier in Japan bringt man beim Neukauf eines Wagens das alte Fahrzeug einfach zum Händler. Zum Schrottplatz fährt kein Autobesitzer sein altes Fahrzeug. 

 

In Ibajihan wird das Auto dann zuerst einmal trockengelegt. Entfernt werden Öl, Benzin, sowie die Bremsflüssigkeit. Auch aus den Klimaanlagen wird das FCKW abgesaugt. In Deutschland wandern ein Großteil der Fahrzeuge nach der Demontage in den Schredder. Je nach Alter und Zustand wird das Auto in Japan komplett zersägt oder zerlegt. Verantwortlich dafür ist ein großer Greifer, der das Getriebe, den Motor oder die Stoßdämpfer einfach aus den Autos reißt. Was übrig bleibt wird dann gepresst und als Paket abtransportiert. 

 

Teile mit Aluminium werden bei 800 bis 900 Grad eingeschmolzen, wobei das Aluminium herausfließt. Dieses wird dann in Formen gegossen, während der Stahl lediglich glüht. So ist es ganz einfach diese beiden Metalle voneinander zu trennen. Damit die Brennöfen betrieben werden können, wird das entnommene Altöl verbrannt, welches über Filter gereinigt wird. Die meisten Autos werden aber nur zersägt und die Ersatzteile verkauft. In etwa 40 Minuten wird das vordere Drittel beim Nasenschnitt einfach abgesägt. So können die Lampen, der Stoßfänger oder der Kühler weiterverkauft werden. Wird das Auto in der Mitte getrennt, verwendet man den Motor oder die Reifen. Von den zersägten Fahrzeugen werden fast95 Prozent ins Ausland exportiert. Meist gehen die Teile nach Russland, Korea oder Australien. Würde man die Fahrzeuge in einem Stück exportieren, wäre das deutlich teurer, da dann Steuern berechnet würden.

Auch der Umweltschutz ist wichtig

Der Umweltschutz ist allerdings richtig teuer. Verwertet das Unternehmen ein Auto, kostet dies etwa 200 Euro. Der Erlös für das Aluminium und Alteisen beträgt aber nur 135 Euro. Die Differenzen werden von den Händlern getragen oder durch den Verkauf der Ersatzteile ausgeglichen. Aber auf dem Land werden immer noch zu wenig Autos der Verwertung zugeführt. Bei vielen kleinen Betrieben findet man alte Karossen, die langsam vor sich hin rosten. Hier fehlt noch das entsprechende Umweltbewusstsein, denn die Flüssigkeiten aus dem Auto versickern einfach im Boden und verseuchen die Umwelt. Durch effektive Aufklärungsarbeiten soll sich dies aber in naher Zukunft ändern.